Christliche Spiritualitätam Havelberger Dom

Exerzitien

„Exerzitien“ (dt. Übungen) sind geistliche Übungen, inspiriert durch Ignatius von Loyola (1491-1556), den Begründer des Jesuitenordens. In Exerzitien kommt es, anders als in unserer Gesellschaft, nicht darauf an, etwas zu machen oder zu leisten. Hier geht es um die Beziehung zwischen Gott und Mensch, die im Mittelpunkt der Exerzitien steht. Neben den ignatianischen Exerzitien gibt es weitere

klassische Formen von geistlichen Übungen, z.B.:

 

Neuere Exerzitienformen sind:

 

Alle Dimensionen des Menschen werden in diese Beziehung hinein genommen: Denken, Fühlen, Phantasie, Bilder, Wahrnehmung, Leib und Geist. Aus den Exerzitien wächst mehr Klarheit für das eigene Leben, die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen zu lieben und entschlossen zu handeln.

Geschichte von Rabbi Sussja von Anapoli  (aus den Erzählungen der Chassidim)

Rabbi Sussja von Anipoli pflegte auf seinen Wanderungen von Ort zu Ort den Menschen zu sagen:“Ich fürchte mich nicht davor, keine Antwort zu finden, wenn ich nach meinem Tod vom Allmächtigen gefragt werde: Sussja, warum warst du deinem Volk nicht ein so gr0ßer Führer wie Mose oder ein so feuriger Prophet wie Elia oder ein so berühmter Schriftgelehrter wie Rabbi Aqiba? Aber ich fürchte, dass meine Worte verstummen, wenn ich gefragt werde: ‚Sussja, warum bist du nicht Sussja geworden? Warum hast Du dich entfernt von dem Bild, nach dem ich dich geschaffen? Warum bist du mit  deinen Anlagen und mit deinen Gaben dir so fremd, so unähnlich geworden?“ 

Nichts anderes wollen die Exerzitien erreichen: dass mir das von Gott gesetzte Ziel meines Lebens bewusst wird und die Sehnsucht nach dem Grund und Ziel meines Lebens zu spüren.