Christliche Spiritualitätam Havelberger Dom

„Wolle und Mehr“ im Advent im Paradiessaal

Folgende Geschichte , erzählt vom Metropoliten Anthony, hat mich zu dieser Veranstaltung angeregt:

Ich erinnere mich, dass unter den ersten Ratsuchenden, die nach meiner Priesterweihe zu mir kamen, eine alte Dame war, die klagte: „Vierzehn Jahre habe ich fast ununterbrochen gebetet, doch nie habe ich das Gefühl  von der Gegenwart Gottes gehabt.“   „Da fragte ich sie: „Haben Sie ihm Gelegenheit gegeben, ein Wort einzuwerfen?“  „Wie das?“, entgegnete sie. „Nein, ich habe die ganze Zeit zu ihm gesprochen, ist das nicht etwa Beten?“  „Nein,“ sagte ich, „ich glaube nicht, und was ich Ihnen empfehle, das ist, daß Sie sich täglich eine Viertelstunde nehmen sollten, einfach dasitzen und vor dem Angesicht Gottes stricken.“ So machte sie es. Und was war das Ergebnis? Schon bald kam sie wieder und sagte: “ Das ist ganz merkwürdig…Wenn ich zu Gott bete, genauer, wenn ich zu ihm spreche, fühle ich nichts, doch wenn ich still dasitze,  ihm gegenüber, fühle ich mich in seine Gegenwart eingehüllt.“

Man wird nie imstande sein, wirklich und aus ganzem Herzen zu Gott zu beten, wenn man nicht lernt zu schweigen und sich an dem Wunder seiner Gegenwart zu erfreuen oder, anders gesagt, glücklich zu sein über das Wunder des Zusammenseins mit ihm, obgleich man ihn nicht sieht.“

Herzliche Einladung, mit Strickzeug oder Spinnrad gemeinsam im Paradiessaal zu sitzen und zu schweigen,aber auch der Austausch bei Kaffee oder Tee ist geplant.