Christliche Spiritualitätam Havelberger Dom

November – „Herr lehre uns bedenken dass wir sterben müssen auf das wir klug werden“

Diese Zeilen aus dem Psalm 90 waren das Motto in einigen Veranstaltungen im Monat. November. „Abschiedlich“ leben lernen, eine ars moriendi als eine Einübung in das sterbliche Leben ist ein Teil der Lebenskunst, der ars vivendi, welche in säkularer Form in vielen Veröffentlichungen  des Philosophen Wilhelm Schmid thematisiert wird.  Was heißt denn nun „abschiedlich leben lernen“? Dazu gehört, nicht abstrakt über den Tod nachzudenken, sondern sich in existentiellen Grundhaltungen bewusst einzuüben. Der Schweizer Theologe Heinz Rüegger beschreibt diese wie folgt: das Auskosten des Lebens, damit man lebenssatt wird; das Aushalten  und Verarbeiten von Schwierigkeiten im Leben, um daran zu reifen; di Freiheit zum Loslassen, um ein abschiedliches Leben führen zu können; das Ruhe-Finden im Schlaf als Vorwegnahme des Ruhens im Tode; das Ausgerichtetsein auf eine Hoffnung, die das irdische Leben in einen entlasteten Horizont über diese Leben stellt. Sowohl in den Meditationsabenden als auch in den Filmexerzitien, (z.B. „Kirschblüten- Hanami zum Thema Trauer) ging es um die Einübung dieser Haltungen.